28.11.11 22.07 Alter: 171 Tage

Überaus erfolgreiches Abschneiden bei der WM 2011 in Wien

VON: JULIA KNAKE

Mit 3 Mal Gold, 3 Mal Silber und 5 Mal Bronze belegt Deutschland im Medaillenspiegel Platz zwei hinter den Gastgebern aus Österreich.

 

„Was die deutschen Spieler an diesem Wochenende abgeliefert haben, ist der absolute Wahnsinn“, so Alex Köpf, Sportwart des DRaV, nach dem überaus erfreulichen Abschneiden der Deutschen. „Vor allem die Damen haben auf ganzer Linie überzeugt!“ Damit spielte Köpf vor allem auf die drei Goldmedaillen an, die alle in den Damenfeldern gewonnen werden konnten.

 

So war das Juniorinnen-U21-Feld fest in deutscher Hand. Die Nürnbergerin Sarina Leibig sicherte sich den ersten Platz und konnte an ihre hervorragende Leistung bei den Deutschen Meisterschaften vor drei Wochen anknüpfen. Leibig setzte sich in allen Spielen souverän durch und darf sich zu Recht „Weltmeisterin 2011“ nennen. Herzlichen Glückwunsch! Ebenfalls erfreulich ist aus deutscher Sicht der dritte Platz von Svenja Kleb. Wie schon bei den Deutschen Meisterschaften musste sie sich im Halbfinale Leibig geschlagen geben. Anschließend gewann sie nach hartem Kampf das Spiel um Platz drei mit einem Punkt Vorsprung gegen die Belgierin Lieselot De Bleeckere, gegen die sie kurz zuvor bei den Damen A noch im Gummiarm das Nachsehen hatte.

 

Von deutschen Spielerinnen dominiert wurde auch die Damen-Ü45-Konkurrenz. In einem Achter-Feld konnten sich die einzigen beiden deutschen Starterinnen durchsetzen, sodass es ein rein deutsches Finale gab. Hier setzte sich Gabriele Zeoli nach überzeugender Leistung gegen die Hannoveranerin Carola von Heimburg durch.

 

Die dritte deutsche Goldmedaille ging an Natalie Paul, die das Damen-B-Feld gewinnen konnte. „Das ist ein toller Erfolg für Natalie, eine Spielerin, die ja auch noch nicht  lange im Racketlon-Zirkus mitmischt“, so Alex Köpf. Den Grundstein zum Erfolg legte sie im Halbfinale und Finale vor allem durch überragende Badminton- und Tennisleistungen. Im Finale setzte sie sich relativ souverän mit zehn Punkten Vorsprung gegen die Russin Polina Kynichenko durch.

 

Auch in der Damen-Elite-Klasse war das Podium fest in deutscher Hand. Lediglich der Tschechin Zuzana Kubanova war niemand gewachsen. Im Halbfinale kam es zu einer Neuauflage des Endspiels um die deutsche Meisterschaft zwischen Nathalie Zeoli und Silke Altmann. Wieder gewann Zeoli, dieses Mal jedoch deutlich knapper als noch vor drei Wochen. Doch im Finale war auch sie schließlich chancenlos. Trotzdem ist der zweite Platz für sie und den DRaV ein toller Erfolg! Für ein tolles Turnier belohnte sich Silke Altmann am Ende mit dem dritten Platz selbst. Im Spiel um Platz drei setzte sie hierbei ein Ausrufezeichen. Sie gewann noch vor dem Tennis gegen die starke Polin Marta Jez.

 

Weitere Podestplätze für deutsche Spieler gab es in den Veteranen-Klassen der Herren.

Bei den Herren-Ü45 verlor Christian Alte im Halbfinale leider unglücklich gegen den ungarischen Altmeister Peter Sákovics im Gummiarm und konnte seinen Titel so nicht verteidigen. Dennoch konnte er sich schließlich einen guten dritten Platz sichern.

Ebenfalls über Platz drei durfte sich bei Herren-Ü50 Joachim Gersdorf freuen. Gersdorf, der sich bei den Herren-Ü45 noch mit Platz fünf begnügen musste, unterlag im Halbfinale ebenfalls Peter Sákovics, gewann dann aber sein Spiel um den dritten Platz.

 

Dass die Deutschen auch in der Breite gut aufgestellt sind und immer wieder neue Talente nachkommen, bewiesen im Herren-D-Feld Kai Elsaesser und Jan-Hendrik Raffler. Im Halbfinale trafen die beiden schließlich aufeinander. Elsaesser setzte sich hier souverän durch, war dann jedoch im Finale gegen den Polen Krystian Kowalski chancenlos. Raffler gewann sein Spiel um Platz drei, sodass am Ende Silber und Bronze für den DRaV heraussprangen.

 

Neben den vielen Podestplätzen ist zu erwähnen, dass sich die deutschen Spieler auch in der Königsklasse, bei den Herren A, durchaus achtbar schlugen. Besonders herauszuheben ist Thorsten Deck, der mit dem Einzug ins Viertelfinale sein erklärtes Ziel erreichte. Auch hier verlor er nur knapp gegen den späteren Finalisten und Senkrechtstarter Jesper Ratzer aus Dänemark. „Meine Leistungen im Tischtennis und Squash waren heute einfach nicht gut genug. Dennoch habe ich gesehen, dass ich mit den Besten mitspielen kann“, so das Fazit des Deutschen Meisters. Lars Bosselmann und Alexander Köpf verloren nach unglücklicher Auslosung beide in Runde zwei.

 

Großes Lob gab es am Ende auch für den Ausrichter. „Nicht nur die sportlichen Leistungen, auch das Rahmenprogramm hat einfach gepasst“, zeigte sich Köpf begeistert. „Es gab die erste Live-Übertragung mehrerer Finals ins Internet. Das Legend-Game, das zwischen den besten Racketlonspielern der Welt und den besten österreichischen Profisportlern der einzelnen Sportarten ausgetragen wurde, zog über 800 Zuschauer in die Halle. Die Ausnahmesportler wie Jürgen Melzer, Doppel-Wimbledonsieger, spielten für einen guten Zweck und werden das Geld für Ghana spenden. Es war eine WM, die den Racketlon-Sport wieder einmal auf eine neue Stufe hebt!“

 

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